Sonntag, 11. Januar 2015

Rezension "Im Land der weiten Fjorde" - Christine Kabus



"Im  Land der weiten Fjorde"
Christine Kabus
Norwegenroman Band 1
Historik, Familie, Liebe
590 Seiten
9,99 Euro als Taschenbuch

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"Regungslos ließ sie das friedliche Bild auf sich wirken. Ihre Arme überzogen sich mit einer Gänsehaut, und eine unerklärliche Rührung stieg in ihr auf. Endlich angekommen, schoss es ihr durch den Kopf."


Challenges:



Ran an den SuB Challenge: Wälzer ab 500 Seiten

SchockiBooksChallenge: Kalorien, mindestens 500 Seiten

Wälzer Challenge

Inhalt:

 Lisa erfährt einige Monate nach dem tragischen Tod ihrer Eltern, dass ihre Mutter als kleines Mädchen adoptiert wurde und norwegische Wurzeln hat.
Lisa ist vollkommen überwältigt von dieser Neuigkeit und möchte sofort herausfinden, was sich in der Vergangenheit abgespielt hat und möchte ihre mögliche norwegische Familie aufspüren.
Dafür reist sie Hals über Kopf nach Nordfjordeid in Norwegen, sehr zum Missfallen ihres Freundes Marco.
Der hat nämlich privat und beruflich ganz andere Pläne mit Lisa.
Und auch nicht alle Bewohner des kleinen Ortes Nordfjordeid reagieren mit Freude auf Lisas Erscheinen.
Parallel zu diesen Ereignissen erfahren wir alles über die tragische Geschichte von Mari, die 1940 in einem von Deutschen besetzten Norwegen beginnt.

Persönliche Meinung:

Es fällt mir unglaublich schwer die richtige Worte für dieses Buch zu finden. Denn egal was ich schreibe, es drückt nicht einmal ansatzweise das aus, was ich  denke. Dennoch versuche ich es trotzdem so gut wie möglich in einen Text zu verpacken.

Wenn man meine Eltern fragen würde, was meine größte Spinnerei im Kindes- und Jugendalter war, so würden sie mit "Norwegen" antworten. Irgendwann verliebte ich mich Hals über Kopf in dieses bezaubernde Land und hatte nur ein Ziel: später nach Norwegen aus zu wandern. Und das, obwohl ich nie nur einen Zeh auf norwegischen Boden gesetzt hatte.
Natürlich kam das nicht so und irgendwann, als ich anfing erwachsen zu werden, geriet Norwegen in den Hintergrund und ich realisierte, dass auswandern gar nicht so einfach ist. Doch der Traum, dieses Land irgendwann einmal zu betreten, ist immer noch da.

So kam es also, dass ich nicht eine Sekunde zweifelte, diesem Buch Einlass in mein Regal zu gewähren, als es mir durch einen Zufall in die Hände fiel.
 Der Titel und das Cover haben sich auf den ersten Blick in mein Herz geschlichen und auch der Rückentext versprach eine tolle Geschichte.
Wer kann da schon wiederstehen?

Und ich kann euch sagen, ich wurde nicht eine Sekunde lang enttäuscht!

Der Schreibstil von Christine Kabus ist meiner Meinung nach einfach großartig. Es ist flüssig zu lesen und man saugt jede Zeile einfach in sich hinein.
Das Buch hat mich ab der ersten Seiten in seinen Bann gezogen und mitgerissen.
Die Geschichte ging mir sofort mitten ins Herz und ich habe wirklich mit gefühlt mit den Charakteren und um sie gebangt.

Die Mischung aus Vergangenheit und Gegenwart ist hier perfekt umgesetzt und vor allem endet jedes Kapitel einfach so spannend, dass man immer mehr und mehr lesen möchte. Hätte ich mehr Zeit und Ruhe gehabt, hätte ich es sicher noch viel schneller durchgelesen.
Die Familie hat auf mich so faszinierend gewirkt, dass ich mir in meinem Kopf so oft zusammen gesponnen habe, dass ich sie gerne kennen lernen würde.
Die Beschreibung der Gegend, des Hofes, der Fjorde...es ist einfach unglaublich wie sehr man meint, selbst auf die Landschaft zu schauen und in dieser Geschichte zu leben. 
Ich habe nebenher viele Orte, von denen die Rede war gegooglet und konnte so noch intensiver abtauchen.

Überraschend waren für mich auch die neuen Erkenntnisse über den zweiten Weltkrieg, die mich hier durch das ganze Buch begleitet haben. Sicher habe ich dazu schon jede Menge in der Schule gelernt und auch gelesen, aber was da so in Norwegen war, ist bisher echt an mir vorbei gegangen. Meine Gedanken sind wirklich nicht zum Stillstand gekommen und ich habe viele Stunden mit meinem Mann über das Thema diskutiert und auch auf Wikipedia nachgelesen. 
Das Buch war also auch noch bildend für mich und das mal so ganz nebenbei und wunderbar verpackt.

Die Charaktere in der Geschichte sind ebenfalls sehr gut ausgearbeitet und haben alle Tiefgang. Man kann sich in die meisten sehr gut reinfühlen.
Ich persönlich mag unsere beiden Protagonistinnen Lisa und Mari so unglaublich gern, dass ich mir wünschen würde, sie wären real und ich dürfte sie kennen lernen.

Das Schicksal der Familie hat mich sehr stark berührt und mir auch an der einen oder anderen Stelle ein kleines Tränchen ins Auge gezaubert. Sei es vor Traurigkeit oder vor Freude.

Das Familiengeheimnis ist hier recht schnell im groben klar. Aber wie es dazu kam und was drum herum alles passierte ist so spannend, dass man nicht aufhören kann zu grübeln.

Fazit und Bewertung:

Ein unglaublich gutes Buch, was viel mehr Aufmerksamkeit verdient hat.
Es ist meiner Meinung nach einfach eine perfekte Mischung aus Familiengeschichte, Geheimnis, Historik und Liebesgeschichte.
Dieses Buch hat in mir so unglaublich viel bewirkt und mich sehr berührt.
Ich bin unheimlich gespannt auf die weiteren Bücher und werde sicher bald zum nächsten greifen.

Ich vergebe natürlich:




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